Geschichte der Physiotherapie

ETYMOLOGIE


 Altgriechisch: φύσις phýsis, deutsch ‚Natur‘, ‚Körper’

Altgriechisch: θεραπεία therapeía, deutsch ‚Dienen‘,     ‚Pflege‘, ‚Heilung‘.



DEFINITION                                                                        

Die internationale Physiotherapie ist heute eine therapeutische Wissenschaft, die durch Anwendung geeigneter Behandlungs-methoden physiologische und psychologische Anpassungsmechanismen auslöst, um körperliche Funktionen am Menschen zu begleiten, erhalten,  stabilisieren, fördern und zu verbessern.  Tobias Langohr 2016, 2021



GESCHICHTE DER PHYSIOTHERAPIE?                                         

Die „Geschichte der Physiotherapie“ ist ein Kapitel aus der „Geschichte der Allgemeinmedizin“. Physiotherapie ist Fachwissen der Allgemeinmedizin. Historisch gesehen kann und möchte ich weder Therapieformen noch Persönlichkeiten alleine der Geschichte der Physiotherapie definieren/zuordnen. 

Für mich ist die Physiotherapie auch Kunst - sie, die Physiotherapie,  braucht die Kreativität, Gewandtheit, Kultur (Sammelbezeichnung für Ausdrucksformen intellektueller Errungenschaften z.B.: eine Sprache, Sitten, Musik...) und eine aufgeklärte Gesellschaft. Im Klartext: Die Physiotherapie überlebt und entwickelt sich nur in einer stabilen Gesellschaft in der Freiheit, Kultur, Geld, Erziehung, Bildung (Soziale Allgemeinbildung) und Kunst im Überfluss vorhanden ist.  Nach Rom und Padua (Italien) im 16. Jh.,  England (London) im 17.-18. Jh.,  Österreich (Wien), Österreich - Schlesien, Schweden (Stockholm), Frankreich (Paris) und Deutschland (Berlin) im 19 Jh. und Frankreich um 1940 - liegen heute diese fortschrittlichen Zentren weit weg von Europa. 

Deutschland hat den Weltanschluss um 1980 verloren - die eigene Homöostase ist hinweg. Die auf allen Gebiete destruktive "Merkelsche und Scholze Regierung" hat der Physiotherapie den Atemrest gänzlich weggenommen! Steuer- und Zwangsabgaben, Sozialabgaben, Vorschriften und Bildung (Abstellgleis) erschweren die Ausführung und drücken auf die Lust überhaupt zu arbeiten.  Es kommt aber auch noch die involutive  kulturelle Veränderung dazu. Es ist, aus historischer Sicht,  die schlechteste Zeit für diesen Beruf und seine Akteure. Ich gehe heute 2021 als Realist (Nicht Negativist) davon aus, dass es diesen Beruf öffentlich bis 2040 nicht mehr geben wird. Ich würde diesen Beruf heute 2022 nicht mehr ergreifen.


Es ist für mich ein Beruf, der den Überfluss braucht, um zu existieren oder einen Krieg, um zu rehabilitieren.“  Tobias Langohr 2018


Die Geschichte beschäftigt sich gerne mit Helden und Bösen - Beide werde ich hier erwähnen damit dazwischen die wahren Physiotherapeuten zum Vorschein kommen. Also, die Streuung repräsentiert nicht den Beruf wie ich ihn verstehe. Die Geschichte der Physiotherapie besteht nicht aus Jahrangaben sondern aus Lebenserfahrungen die durch Zeit, Umfeld und Gefühl zu erklären sind.




WARUM MACHE ICH ES

weil es mich interessiert und Spaß macht. 

Folgende Anekdote, erzählt von meinem Lieblingswissenschaftler Eric Kandel, beschreibt meine Meinung sehr gut:

 ...kurz nachdem Archibald Vivan Hill im Alter von 36 Jahren für seine Arbeit über den Mechanismus der Muskelkontraktion den Nobelpreis (1922) gewonnen hatte, hielt er 1924 auf einer wissenschaftlichen Tagung einen Vortrag über dieses Thema. Als er geendet hatte, erhob sich ein älterer Herr und fragte ihn nach dem praktischen Nutzen seiner Forschungsarbeit.

Hill überlegte einen Augenblick ...wandte sich dem Frager zu und lächelte: "Um die Wahrheit zu sagen, mein Herr, wir machen es nicht, weil es uns nützlich ist, sondern weil es Spaß macht."




WIE GEHEN ANDERE BERUFE MIT IHRER GESCHICHTE UM?                                        Warum ist die Geschichte wichtig?




Die Physik und Geschichte      

 


Prof. Gerhard G. Paulus - Physikalisch-Astronomische Fakultät der Friedrich-Schiller-Universität Jena. (2020)



Die Medizin und Geschichte: 

hat sich schon sehr früh und gründlich mit seiner Geschichte auseinandergesetzt. Sie haben früh erkannt, dass ohne diese Überarbeitung kein wissenschaftlicher  Fortschritt stattfinden kann. Außerdem sind Mediziner stolz auf ihre Geschichte und haben an diese Erinnerung Spaß (beides fehlt den meisten Physiotherapeuten).

 


Fotomaterial Medizin:

Foto (AF187) (ca.1900) Studenten (Schädel) - DEU
Foto (AF188) (ca.1910) Studenten (Schädel) - DEU
Foto (AF189) (ca.1910) Mediziner, Neurologe (Kopfvermessung) - DEU
Foto (AF190) (ca.1930) Studenten (Präparierkurs) - DEU
Foto (AF129) (ca.1900) Studenten (Präparierkurs - Hals) - DEU
Foto (AF191) (ca.1930) Studenten (Präparierkurs - Rücken) - DEU
Foto (AF137) (ca.1910) Student (Schädel) - DEU

 



Die Pflege und Geschichte:

zieht nach. Alleine durch die Ausstrahlung im Jahr 2017 der preisgekrönten Serie "Charité“ konnte die Identität des Pflegeberufes gestärkt werden. Es gab nach der Ausstrahlung einen kleinen Aufstand unter den "Pflegehistoriker/innen", für Korrekturen der historische Darstellung des Berufes. So war ersichtlich, dass bei der Ausstrahlung der zweiten Staffel (März 2019) wesentliche Korrekturen vorgenommen wurden. 

Aus dem Positionspapier (2012) der Sektion "Historische Pflegeforschung" (Deutsche Gesellschaft für Pflegewissenschaft e.V.) steht folgendes, dass auch für die Physiotherapie  gilt:

 Geschichte der Pflege ist wichtig, weil:

  1. Nur mit der fundierten Kenntnis der vergangenen Situationen in der Gegenwart verstanden werden können,
  2. Nur mit Kenntnis der Vergangenheit des Berufs ein kritisches Berufsverständnis entwickelt werden kann,
  3. Nur mit Kenntnis der Vergangenheit eine Veränderung gegebener Situationen zu erreichen ist,
  4. Nur mit Reflexion der Vergangenheit Lernen möglich ist,
  5. Die Auseinandersetzung mit der Vergangenheit Persönlichkeiten fördert,
  6. Kritisches Denken so gefördert wird . 

                                                                           H.-J. Pandel 2005, M. Sauer 2008



Fotomaterial Pflege:

Foto (AF197) (1933) Krankenschwestern bei Ausbildung - DEU

Foto (AF186) (1938) Krankenschwestern bei Ausbildung - DEU  

 



AUTOREN - GESCHICHTE DER PHYSIOTHERAPIE

Wer hat sich bis heute mit der Geschichte der "Physiotherapie" auseinandergesetzt?

Zeit

Autor

Objekt

Stadt/Land

Inhalt

30  

Aulus Cornelius Celsus          (14 v.Chr. - 50 n.Chr.)


Rom/Italien

Medizinische Lexikographie

30

Lucius Annaeus Seneca der  Jüngere (? Córdoba/Spanien - 12.04.65 n.Chr. Rom/Italien)

Sen. epist. 95

Rom/Italien

Philosoph, Dramatiker, Naturforscher, Politiker, Stoiker

1850

Dr. Lorenz Gleich (1798-03.03.1865 München) - Naturheilarzt

Buch (1860)

München/ Königreich Bayern

Systematiker des Naturheilverfahrens

Geschichte der Wasserheilkunde, Geschichte der Physikalischen Medizin

1886

Hermann Nebel (1835–1930)



Geschichte der Massage. Über Heilgymnastik und Massage.

1912

F. Wetterwald


Paris/ Frankreich

Erstellte die Erste mir bekannte ausführliche Geschichte der Physiotherapie.

1927

Oskar Bernhard  (1861-1939) - Arzt


Schweiz

Begründer der Heliotherapie  Numismatik

1956

Joachim Harff


Besatzungszeit Deutschland

Krankengymnastik

1971

Prof. Dr. med. habil. Alfred Brauchle   (22.03.1898- 21.11.1964) Arzt (Prießnitzkrankenhaus, Mahlow-Berlin), Naturheilkundler, Mitglied der NSDAP (Mitgliedsnummer 3.407.189).

W (1933): Handbuch der Naturheilkunde. 

W (1937): Naturheilkunde in Lebensbildern

W (1971) Zur Geschichte der Physiotherapie. (Herausgeber: Med.-Dir.Dr. Walter Groh)

Buch (1971)

Drittes Reich - Besatzungszeit - BRD (Deutschland)

Allgemeine Geschichte der Physiotherapie

1978

Paul-D. Lill 


BRD (Deutschland)

Versuch

1985

Glen Gritzer und Arnold Arluke 


USA


1987

Hans Christoph Kreck 


Deutschland

Heilgymnastik, Krankengymnastik, Zander.

1990

Reinhold Nitzschke



Krankengymnastik

1991

Günter B. Risse 


USA


1995

Hans-Dieter Hentschel


BRD (Deutschland)

Massage 

1995

Ulrike Schemmann



Krankengymnastik

1997

Sabine Ruth Welti

Buch (1997)

Schweiz

Massage und Heilgymnastik in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts

1999

Botomé, Sílvio Paulo; Rebelatto, José Rubens

Buch (2.Aufl.2008)

Brasilien

Physiotherapie

2005

Julia Helene Schöler 

Dissertation (2005)

Deutschland

Heilgymnastik, Krankengymnastik.

2005

Anders Ottoson


Schweden


2006

Dr.med Uwe Heyll (Arzt)

Buch (2006)



2007

Thomas J. A. Terlow


Niederlande


2009

Jaques Monet


Paris/Frankreich


2012

João Pedro Da Fonseca


Portugal


2016

Gisela Coburger

Buch (2016)

Deutschland

Manuelle Therapie in der DDR

 



ORTE, VEREINE UND MUSEEN


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SCHULEN - Deutschland 

Gründungsjahr

Gründer

 Material       

Name          

Ort

1900 Berlin

 Erste Leitung/Gründer: Professor Dr. med. Zabludowski (Siehe 1863 Massage Johann Mezger "Vater der modernen Massage").

Die erste "Lehranstalt" in Deutschland war die Massage-Anstalt in Berlin. Es war ein neuer Anbau in dem zur Charité gehörigen Gebäude Luisenstrasse 3 in Berlin. Zabludowski erstellte einen "Katalog" mit folgenden Aufgaben: 

1. Ausbildung von Ärzten und Medizinstudenten höherer Semester durch jeweils mehrwöchigen Massagekurse einschließlich damit verbundener bewegungs-therapeutischer Maßnahmen.
2. Wissenschaftliche Arbeiten auf dem gesamten Gebiet der Massage.
3. Mehrmonatige Ausbildung eines "durch Intelligenz, Geschicklichkeit und moralische Qualifikation besonders geeigneten" männlichen und weiblichen Massagepersonals. Dieser auf Zabludowski  beruhenden Zuordnung stand anfangs    noch der Meinung vieler Ärzte entgegen, dass die zu Heilzwecken durchgeführte Massage ausnahmslos von approbierten Ärzten durchgeführt werden müsste. Bald jedoch wurde klar, dass die Massagebehandlung schon aus zeitlichen Gründen auch einem speziell ausgebildeten Massagepersonal überlassen werden konnte.
4. Durchführung einer unentgeltlichen fachmännischen Massagetherapie bei den zahlreichen Patienten, die der Massage-Anstalt von den Universitätskliniken, Krankenanstalten oder praktisch tätigen Ärzten wegen der verschiedensten Indikationen zugewiesen wurden.


Massage Anstalt

Luisenstrasse 03 am Charité (Medizinischen Fakultät der Königlichen Friedrich-Wilhelms-Universität in Berlin).

1901 Kiel

Gründer: Johann Hermann Lubinus. Vorrausetzungen für die Aufnahme an dieser privaten Schule und darauf folgende Teilnahme an der einjährigen Ausbildung zur "Staatlich geprüfte Heilgymnastin":

1) Einjährige turnerische staatliche Ausbildung (Turnlehrerinnen - Examen), also "von kräftigem Gesundheitszustand" sein.
2) Alter zwischen 20 und 32 Jahre.
3) Abgangszeugnis einer neunstufigen Mittel- oder höheren Mädchenschule.
4) Amtliches Führungszeugnis.                                                                                      5) Monatliche Zahlung von 575 Reichsmark - Mit bestandenen Examen konnten die Heilgymnastinnen sich an Krankenhäusern bewerben oder den Beruf     selbständig ausüben. 


Lehranstalt für Heilgymnastik

Brunswiker Straße 8-10 

1905 Berlin

↳ 1983 Kassel-Wilhelmshöhe

Der berliner Arzt und Sanitätsrat Dr. Ludwig Greger gründet eine Privatschule für Heilgymnastik. Diese erwarb Dr. med. Wilhelm Rohrbach im Jahre 1922. Zunächst wurde die Ausbildungsstätte unter der Bezeichnung "Greger`s Privatschule für Heilgymnastik, Badewesen und Elektrotherapie" fortgeführt.
1924  Wurde die Lehranstalt staatlich anerkannt und von Dr. med. Wilhelm Rohrbach nunmehr unter seinem  Namen geleitet.
1967  Evamaria Junginger (Tochter Rohrbachs) übernimmt die Leitung der Schule.
1983 Wurde ein neues Unterrichtsgebäude in Kassel-Wilhelmshöhe - direkt auf dem Gelände der Orthopädischen Klinik - eingeweiht.  Die Behandlungserfolge durch die Arbeit der Masseure und medizinischen Bademeister und die Erkenntnisse aus der Therapienotwendigkeit für die Patienten brachten in demselben Jahr zunächst den Beruf des Krankengymnasten hervor.
1994 Übernahm Diplom-Chemiker Bernd Blindow die traditionsreichen Schulen Dr. Rohrbach in seine Bernd- Blindow-Schulgruppe und sicherte somit die Weiterführung der erfolgreichen, zukunftsorientierten Lehranstalt.

Seit Mitte der 70er Jahre hatte er zahlreiche Ausbildungsstätten für Medizinfachberufe an verschiedenen Standorten im gesamten Bundesgebiet gegründet. Heute sind die Bernd-Blindow-Schulen in Bückeburg, Bad Sooden-Allendorf, Kassel, Hannover, Friedrichshafen aber auch u.a. in Berlin und Leipzig beheimatet. 


"Greger`s Privatschule für Heilgymnastik, Badewesen und Elektrotherapie"

↳ Bernd-Blindow-Schulen


1919 Dresden

War die erste staatliche Schule. - Die Bezeichnung Krankengymnastik wird jetzt öffentlich. 


Sächsische Staatsanstalt für Krankengymnastik und Massage


1923 Frankfurt a/M

Die Heil- und Erziehungsanstalt oder damals besser bekannt als "Krüppelheim Friedrichsheim" wurde nach dem Ehemann der Stifterin, Friedrich König, benannt. - Nach ihrer Fertigstellung im Jahr 1914 diente die Klinik als Reservelazarett. Im Jahre 1923 wurde die Lehranstalt für Massage und später die Krankengymnastik (1928) gegründet. 


Lehranstalt für Massage


1926 München





1926 Berlin

Am Chirurgischen Universitätsklinikum in Berlin gründet Wolfgang Kohlrausch (1888-1980) eine Kranken- und gymnastikschule in einer laufenden Massageschule des Arztes Franz Kirchberg. - Die hohen Monatsgebühren von 60 Reichsmark (ca. 250€ heute - 2014) mussten die Schülerinnen selber zahlen. 



Ziegelstraße


Diese Schule zieht später unter Prof. Lothar Kreuz von Berlin-Eichkamp in das Oskar-Helene-Heim nach Berlin-Dahlem um. Anna-Maria Hauptmann (Gymnastiklehrerin-Preußische Schule für Leibeserziehung) und Absolventin (1928) der Ausbildung zur Krankengymnastin bei W. Kohlrausch kommt aus Freiburg als erste leitende Lehrkraft. - 1955 wird diese Schule dann zur staatlich anerkannten Krankengymnastikschule und gehört heute zu einer der ältesten in Deutschland. 

AK (2) (ca. 1920) Gruß aus dem Oscar Helene-Heim Berlin-Dahlem


Kronprinzen-Allee 171-173 Berlin-Dahlen


1938




1928 Frankfurt a/M

Die Heil- und Erziehungsanstalt oder damals besser bekannt als "Krüppelheim Friedrichsheim" wurde nach dem Ehemann der Stifterin, Friedrich König, benannt. - Nach ihrer Fertigstellung im Jahr 1914 diente die Klinik als Reservelazarett. Im Jahre 1923 wurde die Lehranstalt für Massage und später die Krankengymnastik (1928) gegründet. 


Lehranstalt für Massage und später die Krankengymnastik


1929 Düsseldorf

Hier habe ich versucht die " Weimarer Zeit" anhand dieser von mir transkribierten Dokumentation darzustellen. Die Komplette Akte über die  "Gründung der Massageschule in Düsseldorf" die sich damals irgendwo auf dem Gelände des heutigen Universitätsklinikum Düsseldorf befand, ist im Stadtarchiv Düsseldorf aufbewahrt.

Und siehe da, es befand sich auch unter den vielen anderen interessanten Dokumenten auch noch ein Bewerbungsschreiben, in einer sehr schönen Handschrift, von Erich Deuser (↳ 1960 Sportphysiotherapie)  der Vater der "Deutschen Sportmassage".

Alle Briefe geben einen Einblick zur damaligen sozialen und wirtschaftlichen Misere. Sie lassen  ein klares Bild herstellen über den "Typus" von Bewerber für diesen Beruf. Sie ermöglichen aber auch Einblicke in  sozialen Denkweisen privater Menschen die entschieden sich bewerben und das Entgegenkommen mancher Behörden was die Finanzierung anging. Querdenkend und unnützlich war  wie heute auch, das Arbeitsamt! 


Massageschule in Düsseldorf"


1929 Marburg

Im September wurde die "Schule für Heilgymnastik und Massage" durch Rudolf Klapp (Siehe 1936) gegründet. 1946 wurde diese Schule vom Land Hessen übernommen und 1953 erhielt sie dann auf Antrag der Medizinischen Fakultät vom Hessischen Kultusminister den Zusatznamen "Rudolf-Klapp-Schule". Ab 1996 heißt diese dann: "Schule für Physiotherapie - Rudolf-Klapp-Schule". 


Schule für Heilgymnastik und Massage

↳ Rudolf-Klapp-Schule

↳ Schule für Physiotherapie - Rudolf-Klapp-Schule


1935 Freiburg am Breisgau

Zusammen mit Hede Leube und Anna-Maria Hauptmann gründete später W. Kohlrausch die Freiburger Krankengymnastikschule im Breisgau. Ein Grund für diesen Umzug war, dass er in Berlin für seine Krankengymnastikschule nicht die staatliche Anerkennung erhielt. Die Zusammenarbeit mit H. Leube und Elisabeth Dicke (BGM - Bindegewebsmassage) führte zu einer raschen Entwicklung der Krankengymnastik und neuen Behandlungsmethoden. - 1944 wurden bei Luftangriffen weite Teile Freiburgs völlig zerstört, so auch die Krankengymnastikschule. - 1945 Auflösung der Schule durch Kohlrausch nach dem Luftangriff von 1944. - 1945 - 1970 war die Schule, nach kurzer Zwischenstation im Kneippsanatorium St. Urban, auf dem Gelände der "Neurologischen und Psychiatrischen Universitätsklinik" untergebracht, bis sie dann 1970 in das Schulgebäude in der Fehrenbachallee umzog. Seit 2000 ist die Physiotherapieschule in Freiburg ein Fachbereich der Akademie für medizinische Berufe des Universitätsklinikums Freiburg. W. Kohlrausch ist und bleibt eine mit Vorsicht zu ertastende Gestalt in der Geschichte der Krankengymnastik sowie der Sportmedizin, auch wenn dieses von manchen nicht so gesehen wird. Er war NSDAP-Mitglied seit 1937, Hauptarzt bei der Hitlerjugend und pflegte eine "stolze" Freundschaft mit Otto Bickenbach (KZ-Natzweiler, Menschenversuche), des weiteren führte er anthropometrische Untersuchungen durch und wurde Ordinarius für Bewegungstherapie an der nationalsozialistischen Reichsuniversität in Straßburg (1941- 1944). Nach einjähriger Kriegsgefangenschaft in Darmstadt wurde er als "nationalsozialistischer Mitläufer" eingestuft. Meine persönliche Meinung geht hier noch viel weiter, dafür müsste ich hier aber wirklich die Weimarer Zeit und das Dritte Reich noch präziser historisch aufrollen. Interessant und abschreckend wird es, wenn man sich die Themen anschaut, mit der sich W. Kohlrausch ob in Auftrag, oder nicht befasst hat. Bis zum Ausbruch des II. Weltkrieges im September 1939 gab es im Deutschen Reich bereits acht Krankengymnastikschulen. Während dieser finsteren Zeit wurde die Ausbildung von manchen Schulen auf ein Jahr reduziert, um möglichst viele Absolventinnen mit dem Notexamen in den Lazarettdienst zu entlassen. Dieses führt u.a. zu einem Einbruch in der Qualität der Ausbildung. 




 ↳  1938 

Im Jahr 1906 richtet der Orthopäde, Schularzt und Hochschullehrer (bekannt für seine Sonderpädagogik) Konrad Alexander Theodor Biesalski (1868-1930) in einer Wohnung über seiner Praxis in Berlin-Kreuzberg die erste soziale Rehaeinrichtung von Berlin-Brandenburg mit 10 Betten für Kinder und Jugendliche mit physischer Behinderung ein.

1914 gründet Biesalski mit Hans Würtz das Berliner Oskar-Helene-Heim in Berlin-Dahlem. Es ist der Beginn der "modernen Krüppelfürsorge". Die körperbehinderten Kinder und Jugendlichen werden nun verstärkt ärztlich und therapeutisch versorgt und in der Arbeitsgesellschaft integriert. Es ist die Gründung der modernen Behindertenfürsorge in eigens dafür erschaffenen Einrichtungen.

1938 Als ärztlicher Direktor des Oskar Helene-Heims (OHH) verlegte Prof. Kreuz die Krankengymnastik-Schule von Eichkamp an das OHH in Berlin-Dahlem. Damit ist der Grundstein der heutigen Physiotherapieschule gelegt. Anna-Maria Hauptmann kommt aus Freiburg zurück und übernimmt die kommissarische Leitung der Krankengymnastik-Ausbildung. Es ist die erste leitende Lehrkraft in Deutschland.

1939-1945 Das OHH ist zum Teil Lazarett, im Herbst 1945 wird die Ausbildung im erheblich zerstörten OHH wieder aufgenommen. Der erste Nachkriegskurs beginnt. 


Krankengymnastik-Schule von Eichkamp

1990 Wannsee-Schule e.V.


1940 Köln





1943 Heidelberg





1944 Münster





1947 Hamburg

Am 15.Mai wurde die "Krankengymnastinnenschule" (ab 1948 Lehranstalt für Krankengymnastinnen) im UKE (Universitäts-Krankenhaus Eppendorf) unter der Voraussetzung, dass die persönlichen und sachlichen Kosten durch Einnahme der Schule gedeckt werden, eröffnet. Für eine Einbeziehung ins UKE sprachen die schon vorhandene Einrichtungen, wie das 1938/39 neu errichtete Badehaus, sowie die bedeutsamen Fachkliniken und Lehrärzte. Hier begann schon früh eine Interaktion zwischen Krankengymnastinnen, Medizinstudenten sowie Lehre und Forschung. Die ärztliche Leitung der Schule übernahm Oberarzt Dr. Karl-Heinz Schalda (geb. 1912). Technische Leiterin wurde Christa Dültgen (1948 Christa Dültgen), die kurz vor ihrer Ernennung als erste Krankengymnastin des UKE in der Orthopädischen Klinik eingestellt worden war. Die Bewerberinnen der beiden ersten Kurse 1947 mussten in ihrer Bewerbung den üblichen "politischen Fragebogen" ausgefüllt beifügen. Es wurden auch sportliche und gymnastischen Fähigkeit und Kenntnisse in Stenographie und Maschinenschreiben vorausgesetzt. Das monatliche Schulgeld betrug 50,-M. Christa Dültgen und der Professor Joachim Harff (1910-1969) waren die Persönlichkeiten, die durch den Anspruch, den sie an sich selbst und an andere stellten, die Schule in nachhaltiger Weise prägten. 


Krankengymnastinnenschule



Ab den 70ern werden immer mehr Schulen gegründet, alleine im Zeitraum von 1971 - 1998 sind es  225 Schulen in Deutschland. Momentan (2014) sind es 264 Schulen. 




WELT - Gründungsjahre

LAND

GRÜNDUNGSJAHR

ORT/WERK

BRASILIEN

1888

mit der Gründung der Physiotherapieabteilung im Hospital da Misericórdia in Rio de Janeiro.

FRANKREICH

1847

Das Wort Kinésiotherapie - wird durch Prof. C.A. Georgii (1808-1881) erwähnt.


1857

Wort Cinésiologie und Cinésiotherapie


um 1889

mit der Gründung der Ecole Française d`Orthopédie et de Massage in Paris

SPANIEN

1857

Ley de Instrucción Pública (09.09.1957)


1958

Escuela de Ajudantes Técnicos Sanitarios Salus Infirmorum de Madrid (07.02.1958)

ÖSTERREICH

1916

mit  der Gründung der ersten staatlich anerkannten Physikotherapie-Ausbildung im Krankenhaus Lainz.

PORTUGAL

1880

"Algumas considerações sobre a Gymnastica" Werk (Dissertation): José Nunes Mouzaco 


1903

"Kinesitherapia abdominal" Werk: Guilhermino da Cunha Vaz 


1908

"Kinesitherapia cardíaca" Werk: Álvaro da Cunha Reis


1917

mit der Gründung des „Serviço de Fisioterapia“ am Instituto da Casa Pia de Lisboa.

POLEN

zwischen 1950 – 1970


BULGARIEN

zwischen 1950 – 1970


SOWJETUNION

zwischen 1950 – 1970