Geschichte der Physiotherapie

Das Material


Die Macht der Bilder

Fotos können Zeugen einer beruflichen Identität sein. Bilder sind, ich zitiere aus dem Werk Kunst und Medizin:

"...wichtige Zeugnisse; oft lassen sie erhaltene Texte erst verständlich werden und geben ein genaueres Bild vom Stand der Erkenntnis des menschlichen Körpers und seiner Erkrankungen sowie von den vorgenommenen Behandlungsweisen."

Eine gewisse Kompetenz im Umgang mit Bildern habe ich mir durch Vorträge und das praktische umsetzen von Material angeeignet. Ich gehe als erstes die Bildentstehung und die Bildgestaltung nach, dann beschreibe ich den Bildinhalt und beurteile soweit ich kann, das was ich sehe.

Andreas Weinhold, von der Medienberatung NRW betonte aber auch bei einem Vortrag im Jahr 2017 (Ort: Förderkreis der Mahn- und Gedenkstätte Düsseldorf):

" Fotos bilden nicht die vergangene Wirklichkeit ab. Sie sind eine Konstruktion von "Wirklichkeit", sie sind monoperspektivisch, daher subjektiv. Schon die Anwesenheit des Fotografen kann die Wirklichkeit verändern, der Fotograf sucht auch nur einen von ihm ausgewählten Ausschnitt der Realität aus. Fotos werden öfters als Instrumente der Propaganda und Objekte der Zensur sie sind oft teil von Kriegs- und Gewalthandlungen."

Fotos sind letztendlich Kunst: sie sind einzigartig, einmalig, unwiederholbar, individuell und subjektiv. Die Physiotherapie von heute ist für viele das Gegenteil: sie versuchen sich zu sehr in der Objektivität, Allgemeinverbindlichkeit und in der Wiederholbarkeit zu messen. Für mich alles Nonsens! Schaffen sie nie! weil Physiotherapie auch Kunst (Heilkunst) ist!

Wenn ich mich auf dem deutschen Markt der Fotografie umschaue, ist die Anzahl von Fotoarchiven, worin die Physiotherapie einen Platz bekommen hat, sehr gering und wird mit nicht so großer Bedeutung verfolgt. Ich spreche hier nicht von der schrecklichen Bilderflut der gestellten Fotos mit kommerziellem Hintergrund. (Der Klassiker: Hübsche Therapeutin behandelt auf einer nigel-nagel-neue Behandlungsbank ein gutaussehender Sportler). Physiotherapie ist für die Allgemeingeschichte uninteressant. Und zählt zu den Randberufen.

 „Wenn man mit Stolz den Beruf als Physiotherapeut ausübt, hält man mit Stolz auch diese Momente fest“, dieses machen Ärzte sowie Krankenschwestern auch, und zwar sehr häufig.

Von deutschen Physiotherapeuten gibt es sehr wenig Fotomaterial, leider. Schon gar nicht vom Physiotherapeut, der am Patient ist. Es ist einfacher, ein Foto über ein elektrisches Hauslichtbad zu finden, als Physiotherapeuten im Einsatz. Dieses Gerät und der dazugehöriger Fachbereich wurden jedoch leider von den Physiotherapeuten (in Deutschland) abgeschafft, und so bleibt von beiden noch weniger übrig.

Die USA ist Vorreiter und Vorbild der fotografischen Festhaltung dieses Berufes. Ich kenne kein Land, dass mehr die Entwicklung und den Stolz der Physiotherapie für diesen Beruf durch die Fotografie so grandios festgehalten hat. Dazu möchte ich auch erwähnen, dass die USA die Macht der Bilder sowie den verständlichen kommunikativen Code der Fotos viel besser verstanden und umgesetzt haben, während man hier noch am „labbern“ ist ob man es darf oder nicht, sollte oder nicht sollte, schwarz oder bunt,... et cetera pp! Bitte einfach mal die Werbung der US-Amerikaner anschauen. Des Weiteren gibt es dazu auf Instagram diverse Physiotherapeuten weltweit die dieses machen.

Die deutsche "Physiotherapiegeschichte" befindet sich im Dornröschenschlaf obwohl sie einer der ältesten ist. Wir haben weder ein Museum, wie zum Beispiel in den Niederlanden "Stichting Geschiedenis Fysiotherapie", noch haben wir ein zentrales Archiv über die deutsche Physiotherapie. Das ist der deutschen Physiotherapie fotografie-technisch schon zum Verhängnis geworden, da der Markt was Bilder anbetrifft aufgekauft wird... schade darum! Mir egal, denn ich habe darauf seit 2005 hingewiesen. Die ganze Historie wird auch nicht in einem Archiv zusammengeführt. Das heißt, dass es ein Beruf ohne Vermächtnis ist, was einer der Gründe ist, weshalb kein Fortschritt erkennbar ist.

Welche Museen gibt es in Deutschland?

•      Buddhamuseum in Traben-Trarbach

•      Schulmuseum in Worms

•       Flippermuseum in Neuwied

•      Verpackungsmuseum in Heidelberg

•      Nachttopfmuseum in Laudert


"Land der physiotherapeutischen Dichter und Denker ohne physiotherapeutische Gesichter und Lenker!"     Tobias Langohr 2015



Fotografie

 

Exemplar

Kurioses

Darstellung



"Carte de visite"

Fotografie: Privatarchiv Tobias Langohr

Die Idee zu diesen Fotos ließ sich der Pariser Fotograf André Adolphe Disdéri 1854 sogar patentieren. Die ungeheure Popularität solcher Aufnahmen (Format 6x9cm) führte nicht nur dazu, dass man anfing, Fotos von sich zu verschenken, sondern auch die von berühmten Leuten zu sammeln. Das Carte-de-visite-Foto war bis etwa 1910 "das tägliche Brot" der Fotografen. Die große Nachfrage nach den modischen Bildchen hatte Folgen: Es begann die fabrikmäßige Herstellung der Aufnahmen, und es wurde ein spezieller Kameratyp mit vier Objektiven gebaut, der vier Aufnahmen gleichzeitig oder kurz hintereinander ermöglichte.

Johann Willsberger, 1975 Fotofaszination

04.08.1873 (Kurrent)

Darstellung: 

"Frau Doctor Amalie Hohenester"

(* 4.10.1827 Vaterstetten - † 24.03.1878 Mariabrunn)

Wunderheilerin, Doktorbäuerin

Photograph Atelier von F.S. Ress in München - Reichenbachstraße 12