Geschichte der Physiotherapie


HEILKUNDE VOR CHRISTUS



SYMBOLE

BEDEUTUNG


Erwähnung


Folge, folgten, Schüler, folgende Leitung, Übersetzer, Erforscher


Wird später erwähnt


Zusammen mit

Jh.

Jahrhundert, Zentenium, Centenium (lat.), Hektode (gr.)

W (J):

Werk (Jahr)

WB:

Werk als Buch

WA:

Werk als Artikel (Zeitschriftartikel)


BRÜCKEN

Wissen-Verständnis-Beruf, Gymnastik, Athletik, Agonistik, archäologische Funde, Archaische Hochkulturen, Babylonien, Mesopotamien, Ägypten und China, Israel Talmud (ca. 3.-5. Jh. n. Chr), Indischen Samhita des Susruta (ca. 5Jh. n.Chr.), Tao-Tsé und Cong-Fou oder auch Tai-Chi Chuan (2.600 v.Chr) - Missionar P. Amiot und spätere fehlerhafte Überarbeitung sowie Zeichnungen von N. Dally, 394 n. Chr. Ende der Olympischen Spielen (Dekret Theodosius), Berufsathleten, Kraftsport, Heilkunde.


EINLEITUNG

Über diese Zeit kann ich nur dahin schweifen. Natürlich gibt es viele Quellen, die aber meistens nur von/über Gewinnern erzählen. Was wirklich in der Gesellschaft passiert ist, mag ich nur vermuten. 

Dieses Thema, „Physiotherapie“ im Altertum, möchte ich nur anreißen. Es reicht für mich als Physiotherapeut vollkommen aus, wenn ich mir die „Geschichte der Medizin im Altertum“ aus den heutigen sehr guten und ausführlichen Büchern durchlese. Die Geschichte der Medizin im Altertum beinhaltet das,  was die „Physiotherapie“ damals war! Nämlich Bestandteil der Heilkunde. Es gab keine Physiotherapie im Altertum. Redner die sowas in ihren Vorträge als "Eyecatcher" benutzen, sind einfach nur dumm.

 Meine Denkansätze zu „Geschichte der Physiotherapie“ im Altertum:

  1. Von was für ein Altertum spreche ich hier? Hier geht es um die Hochkultur der Sumerer (Mesopotanien), Babylonier (Chaldäer), Assyrer, Ägypter, Griechen und Römer und Brahmische medizinische Kultur.
  2. Das Altertum lebt von Göttern, Pharaonen, Kaisern, Feldherren, Olympioniken. Das heißt, die Geschichte wird öfters nur von Seiten der Gewinner geschrieben, erfunden und erzählt, damit muss man vorsichtig umgehen. Die Chaldäer verehrten zum Beispiel einen Feuergott "Sar-Azar", in dem sie die Bedeutung der Wärme für die Bildung und Gesundheit des Menschen erkannten. Die Ägypter geben dem Wasser und der Atemluft (Pneumalehre) höhere Bewertung. 
  3. Anderseits ist es was die Mythologie angeht, wunderbar! Keine so rigide dogmatische Zeit wie die heutige.
  4. Um die alten Schriften verstehen und interpretieren zu können, die teilweise weit über 300 Jahre nach den „Geschehnissen“ niedergeschrieben wurden sind, sollte man Kenntnisse in  alten Sprachen, Geographie und Geschichte und Völkerwanderungen mitbringen. Wissen aus den Bereichen Mythologie, Magie, Religion und Mystik, Soziologie und Philosophie und ein gutes Vorstellungsvermögen sind hier sehr wichtig.
  5. Es ist unmöglich, die Physiotherapie in diesem Zeitraum als „extra Wurst“ von der Medizin zu trennen! Es gibt natürlich immer noch die Korinthenkacker, die es versuchen werden, ich nicht! 
  6. Damals wurden Behandlungen durch Ärzte, Heiler und Priester ausgeführt. Aber es gab auch „Nubische Sklaven“, die Massage oder Aufgüsse in den Thermen ausgeführt haben, wie auch im Heft: „Asterix als Gladiator“ aufgegriffen wurde. Nur nebenbei: Aus Asterix und Obelix wird man mehr ermuntert Geschichte nachzugehen als durch das Fach: Geschichte der Physiotherapie
  7. Es ist unmöglich, die Heilkunst der Ägypter, Griechen und Römer genau zu erfassen! Es sind über 4.000 Jahre Menschheitsgeschichte. Über die “ Geschichte der Physiotherapie“ sind vielleicht heute gerade mal 20 Jahre teilweise unordentlich erfasst worden, wenn überhaupt. Wenn ich die Schriftsteller wegnehmen würde die sich mit der Geschichte der Naturheilmedizin beschäftigt haben – bleibe der Physiotherapie wirklich Außer manchen Sterbeanzeigen nichts übrig.
  8. Es wird hier und heute schon mit einfachen antiken Textpassagen falsch umgegangen. So beginnen manche Aufsätze mit: „Schon die alten Römer…“ - ja was ist denn genau mit den Römern?? oder es wird gerne und oft zitiert: „Mens sana in corpore sano…“ was steht davor und dahinter?? Es wäre empfehlenswert den kompletten Text durchzulesen, dann verändert sich der Sinn vollständig und so mancher würde merken das "zitieren" gut überlegt sein muss.
  9. Viele Anwendungen von damals wurden überhaupt erst ab dem 19. Jahrhundert der Physiotherapie zugeordnet. Nach dem Motto: Für den fortschrittlichen Mediziner die Humoralpathologie und die Virologie und alles alte kann in die Physiotherapie gepresst werden: Wie wäre es mit einer heißen Rolle?
  10. Ich darf nicht vergessen, dass ich mit meinem Wissensstand von heute auf den Wissensstand von damals schaue! Vieles habe ich gelernt über Bord zu werfen, vieles habe ich umgewandelt und aus so manchen Denkprozessen habe ich weitergesponnen, oder nicht.

Wie gesagt, es sind tausende Jahre Geschichte! Wer sich mit diesem Thema beschäftigen möchte, dem können folgende aufgeführten Vor(mit)denker sehr helfen.



 VOR(MIT)DENKER

Cassius Felix (um 450 n. Chr.) römischer Arzt

Thales von Milet (624-545 v. Chr.) "Hydrotherapie"

Lucius Tarquinius Priscus (v. Chr. 616-579) "Badeanstalten"

Anaximenes (585-525 v.Chr.) "Pneumalehre"

Milon (ca. 555 v. Chr. - 510 v. Chr.) "Trainingswissenschaften"

Alkmaion von Kroton (ca. 550 v.Chr.)

Heraklit von Ephesos (520-460 v. Chr.) "Thermotherapie, Heilgymnastik"

Caelius Aurelianus (ca.500 V.Chr.) "Massage, Thermotherapie, Gymnastik, Mechanotherapie, Neurorehabilitation"

Empedokles von Agrigent (495-435) "Atemtherapie"

Herodot von Halikarnassos (490/480 - 424 v. Chr.) "Vater der Geschichte", "Heliotherapie"

Herodot (100 n. Chr.) griechischer-römischer Arzt: "Heliotherapie"

Iccus von Tarent (ca. 470 v. Chr.) "Heilgymnastik"

Sokrates (469 - 399 v. Chr.)

Hippokrates von Kos (460-377 v. Chr.) "Wissenschaftliche Medizin, Chiropraktik, Massage, Heliotherapie, Kryotherapie"

Werk: gedruckt 1483

Herodicus von Selymbra (ca. 420 v.Chr.) "Vater der Heilgymnastik" "Vater der Heilkörperkultur"                    Iatraliptik (Heilgymnastik)

  Julius Jüthner (* 25.6.1866 Prag, † 17.12.1945 Wien) - Klassische Philologe  Themen: Geschichte der Leibesübungen der Griechen. 1909 WB: Philostratos über Gymnastik. Teubner Verlag, Berlin

Aristoteles (384-322) "Urvater der Kinesiologie"

Erasistratos von Kos (305-205 v.Chr.) "Arbeitsphysiologie"

Diokles von Karystos (ca. 300 v.Chr.)

Asklepiades von Prusa (ca. 120. v Chr. gest. 60. n. Chr.) "Methodische Medizin"

Apollonios von Kiton (um 100 v. Chr.) griechischer Arzt und Medizinschriftsteller "Traktionstherapie"

Marcus Vitruvius Pollio (ca. 80 v. Chr - 50 n.Chr) "Proportionen"

Lucius Annaeus Seneca (? Córdoba/Spanien - 12.04.65 n.Chr. Rom/Italien) Behandlungsansätze

Antonius Musa (ca. 50 v. Chr.) "Wasserkuren (innerlich und äußerlich), Kaltwasseranwendungen". Rettete dem Kaiser Augustus mit einer Wasserkur das Leben und heilte den damaligen Lieblingsdichter Roms, Horaz, von einem Augenübel. Dieser verherrlichte seinen Arzt in unsterblichen Versen.

Aulus Cornelius Celsus (ca. 25 v. Chr. - 50 n. Chr.) "Lichttherapie, Massagetherapie"  Werk auf Latein: 1. De Medicina Kapitel: 1. Allgemeine Therapie, 2. Frictio et gestatio

Kaiserzeit: Tiberius (14-37 n.Chr.)

Werk: Acht Bücher der Heilkunde - Wiederentdeckung der Handschrift 1460 - gedruckt 1478 

Dokument (AD86) (ca1750) Religiös. Seite "Leib und Seelen Arznei oder Kranken Büchlein" - Heilwasser

Jesus von Nazaret/Christus ( unstimmig 7 v. Ch. - 30 n.Chr.) " Behinderungen /Geistig/Physisch), Heilung, Heilgymnastik, Körperpflege"

Plinius der Ältere (23.-79 n. Chr.) "Lichttherapie, Elektrotherapie"

Scribonius Largus (ca. 50 n.Chr.) römischer Arzt, "Elektrotherapie bei Kopfschmerzen, Gichtbehandlung) Werk: Composiotiones Medicae

Pedanios Dioskurides (geb. ca. 70. n.Chr.): "Elektrotherapie".

Rufus von Ephesos (n.Chr. 80 - 150) "gymnastische Übungen gegen Gelenkerkrankungen"

Soranos von Ephesos (n.Chr. ca. 98-138)

Kaiserzeit: Traian (98-117)

Antyllos ( 2. Jahrhundert n. Chr.) griechischer Arzt: "Sonnenbäder, Heliotherapie und Massagetherapie" Werk: Über die Arzneimittel

Claudius Galenus von Pergamon (ca. 129 - 200 n. Chr.) Vater der Sportmedizin " Elektrotherapie, Heilgymnastik, Trainingstherapie, Bäder, Kälteanwendungen, Thermotherapie, Flagellationstherapie, Massagetherapie, Heliotherapie, Hippotherapie, Chiropraktik, Lymphmassage" Werk: De sanitate tuenda

Kaiserzeit: Commodus (Sohn Marc Aurels)

Werk: gedruckt 1483

Flavius Philostratos von Lemnos (ca.165 - 244) "Lichttherapie, Trainignslehre"

Marcus Aurellius Severus Antonius "Caracalla" (188-217 n. Chr.) "Thermalbäder und Gymnastik"

Oreibasios (325 - 403 n.Chr.) griechischer Arzt aus Pergamon: "Heliotherapie, Heiliosis (Sonnenbäder)"

Vindician (um 380 n. Chr,) römischer Arzt

Caelius Aurelianus aus Sicca (in Numidien) (ca. 450 n. Chr. ) "Termotherapie, Massagetherapie, Bewegungstherapie, Heliotherapie"

Cassius Felix (um 450 n. Chr.) römischer Arzt

Thales von Milet (624-545 v. Chr.) "Hydrotherapie" 


METHODE

ZEIT/ORT

QUELLEN

Tuina

ca. 2.700 v. Chr.: (Ming-Zeit). Die Tuina zählt zu den Manuellen   Therapien, gehört zu den ältesten Therapieformen der Massagetechniken. Diese  Therapieform gehört zu Traditioneller Chinesischen Medizin (TCM) und besteht  aus der Kombination aus verschiedenen manuellen Techniken unter anderem aus   der Massagetherapie, Bewegungstherapie, Chirotherapie, Mobilisation- und   Dehntechniken und andere verlorenen Gelenktechniken.


Koung-Fou

ca. 2.600 v. Chr.: China. Inhalte: Körperhaltung (Bewegungslehre)   und Atembeherrschung, Mimische und Zungenmuskulaturübungen, Massage nach  Operationen. Westliche Übertragung durch den französischen Missionar und  Pater Jean Jospeh Marie Amiot (1718-1793). 

Tipps zur Nachforschung Vermutung: Die französischen Massagetechniken sowie Bezeichnungen   (Tapotement, Pincement, Tapotement à poings fermés sur ..) sind Kong-Fou   Techniken  Missing link: Traité de Widé et Bourcart 1898.


L´Ayar-Vêda Bewegungslehre

ca. 2000 v. Chr. Indien. Traktat l´Ayar-Vêda. Inhalte: u.a.:   Atemgymnastik bei Asthma, Massage.

Tipps zur Nachforschung: Hinweis: um 1845 Dr. Wise und W. Jones (Engländer) sind die ersten   die über die indische Medizin forschen und detailliert schreiben. Hinweis: Der griechische Historiker   Megasthenes berichtet über die Indische Medizin (Brahamanes).  

Vermutung: In der deutschen medizinischen Gymnastik durch Dr.   Saenger eingeführt  missing link: Revue de Cinésie, n° 11 (kann auch 44   sein), von 1904, über "Le Gymnaste suisse".


Aromatherapie



Wickeltechniken

Ägyptische Techniken zur Mumifizierung, Bandagieren,   Wickeltechniken, Pucken.


Heliotherapie

Ägypten (W. Papyri Ebers und Ramesseum, Echnaton (Sonnenpharao), Schädelfunde), Griechenland, Assyrer, Hindus (1.400 v. Chr. Hautkrankheiten wurden mit Kräutern + Heliotherapie behandelt), Römer.


Trainingslehre

Altes Ägypten (3.000 v.Chr.): Bogenschießen

Altes Hethiterreich (1.300 v.Chr.): Zentral-, Süd- und Ostanatolien sowie Syrien. Der Mittanier Kikkuli, ein Pferdetrainer hinterließ auf Tafeln präzise Trainingspläne in Keilschrift. Diese Tafeln wurden 1906  in der hethitischen Hauptstadt Ḫattuša  (Heute Boğazkale/Türkei) entdeckt.


Gymnastik


gr. gymnos: nackt (Nach dem Vorbild der Spartaner). Übungsorte:   Gymnásion (Turnanstalt) oder Palästra (Öffentlicher Übungsplatz zur   Leibeserziehung).

Berufe:   Alipten/alíptes (Salber). Bei Wettkämpfen salbten und ölten diese Profis die   Sportler ein. Sie waren auch die "Sportmasseure" der damaligen  Zeit. Die Hauptaufgabe jedoch war die Trainingsunterweisung der Sportler.  Apotherapeía: Massage und auflockernde Übungen nach dem sportlichen  Wettkampf. Paedotriben: Gymnastik- und Ringlehrer der Knaben (gr. pais: Knabe;   tribein: kneten). Gymnasten: Qualifizierte Lehrer der Körperpflege und  Körperschulung.

Bedeutung/Inhalt: Heute (2021) eine Mischung aus Training und dessen Wirkung auf den menschlichen Körper.


Massagetherapie


Hinweis (Anfrage: 16.07.2021): Assyrischer König Sanherib - laut diverser Literatur gibt es ein Relief (zu Ninive) Massagemanipulation - gibt es dieses Relief mit Bezug auf der Massage? Physiotherapie?

Ergebnis (Antwort: 19.07.2021): "Unsere Sammlung besitzt allerdings ein Relieffragment, das einen Diener beim Herrichten eines Feldbettes zeigt. Man könnte das gerundete Kopfende der Matratze irrtümlich für einen menschlichen Kopf handeln, so dass die Handgriffe wie eine Massage aussehen." Dr. Nadja Cholidis Vorderasiatisches Museum - Staatliche Museen zu Berlin. 

Also, es handelt sich hier um das Flachbild aus Steinalabaster "Relief mit Darstellung eines assyrischen Heerlager". Entstehung um 650 vor Christus Periode: Neuassyrisch Fundort: Ninive (Vorderasien).


gr. tripsis, lat. fricare, lat. fricatio, lat.   frictio: Reiben, abreiben, Einreibung mit Öl.

gr. malássein, lat. malaxare, lat. malaxatio: Erweichen, geschmeidig machen mit Öl, auflockerndes Kneten der   Muskeln.

Das Wort "Massage" erscheint schriftlich erst in   Frankreich Anfang des 19. Jhd. ( massent (Thermen von Aix), douch massage (Savoi)). Bitte unter 1863   weiterlesen.

Strigilis: Bei den   Griechen sowie bei den Römern erfolgte vor der eigentlichen Massage oft eine reinigende und   durchblutungsfördernde Abreibung der Haut. Dieses geschah durch einen   sichelförmigen, mit einem länglichen Griff versehenen Strigilis, einem   Striegel aus Eisen, Bronze oder einem Edelmetall. das lateinische Wort leitet   sich her vom verb: stringere (streifen, abstreifen).

Flagellatio: lat:   flagellum oder flagrum (Peitsche, Geissel). Es bedeutet mit den hand oder   mittels Ruten und hölzernen Klatschen durchgeführte Schläge. Auch später, bis   hinein in das 19. Jahrhundert noch bekannt und im Gebrauch. daneben aber   häufiger in der Erotikszene zur geschlechtlichen Erregung aufzufinden. Heute   versteht man unter Flagellation allenfalls noch das im Heißraum der finnischen   Sauna oder russichen Banja geübten Schlagen des Körpers mit einem Büschel aus   Birkenzweigen, dem Quast oder Wedel, altdeutsch auf als Quästen bezeichnet.

Sportmassage: Raum   aleipterion, tripsis paraskeuastiké (Vorwettkampf-massage), apotherapeía   (Regenerationsmassage).

Berufsbezeichnung: Tractatores: lat. tractare (bearbeiten) Ungelernte Masseure und   "Knochenbrecher".


Thermotherapie



Hydrotherapie

Packungen, Beutel, Teil- oder Ganzabreibungen, Tüchereinschläge,   Tuchwickel, Waschungen, Bäder, Güsse und Duschen, Kneipptherapie,   Kaltwassertherapie, Warmwassertherapie.

Definition   (Glogowski, G. 1966): Darunter versteht man die Anwendung von Wasser (ohne   Zusatz) in den verschiedensten Formen, z.B. als Wickel, Duschen, Brausen,   Güsse, Waschungen, Abreibungen.

 Bitte unter 1869 weiterlesen.


Balneotherapie

Bädertherapie, medizinische Bädertherapie, Tinkturen, Saunabäder,   Saunabad.

Zusätzen: Gase, Salze, Pflanzenextrakte, Mineralien,   Pflanzenablagerungen (Peloiden), Sole, Moorbäder, Schlick, Schlamm   (Meeralgen), Heilerde, Hanf, Weihrauch.

Definition   (Glogowski, G 1966) von medizinischen Bäder: Dazu gehört auch die Anwendung   von Stanger-Bad, das Schwefelbad, Kohlensäurebäder, Heublumen- und   Kamillenbäder, Sauerstoffbäder, Sprudelbäder, Moorbäder usw. Diese med. Bäder   werden in einem "Med. Bad" oder in der "Bäderabteilung"   eines Krankenhauses (oder auch Sanatorium) durchgeführt. Es gehören dazu also   keine natürlichen Quellen. Die med. Bäder bestehen aus gasförmigen,   chemischen oder pflanzlichen Zusätzen zu gewöhnlichem Leitungswasser.


Heilquellen

  

Heilbäder

Schwefelquellen, Kohlensäurebäder, Thermalbäder, Sulfatquellen,  Hydrokarbonatquellen, Jodquellen, Eisen-Arsen-Quellen, Radium- und  Radonquellen, Kohlensäurequellen, Natürliche Moorbäder.

Definition   (Glogowski, G 1966) Die Anerkennung als "Bad" vor dem Ortsnamen ist   in der Bundesrepublik von bestimmten Voraussetzungen abhängig. Meist ist die   genaue chemische Analyse der "Heilquellen! entscheidend. Wir haben in   Deutschland eine Vielzahl uralter, höchst wertvoller Heilquellen, von denen   manche schon den Römern bekannt waren und auch eifrig benutzt wurden.


Thalassotherapie

Klimatherapie, Meer, Gischt, Schlick, Meerwasser.


Chirotherapie

Traktionstherapie

ca. 1.500 - 1.000 v.Chr. Inschriften auf Knochen und   Schildkrötenpanzern aus der Shang-Dynastie bezeugen Mobilisationstechniken   von Gelenken.

  ca. 200 v. Chr. "Buch des Gelben Kaisers" Huang Di (der   Kaiser) Nei Jing (Der Texter). In diesem Werk werden erstmals wesentliche und   bestimmte Vorstellungen der Traditionellen Chinesichen Medizin (TCM)   dargelegt, die auch noch heute ihre Gültigkeit haben.

  Hippokrates, Apollonios von Kiton.


Phytotherapie




ANTIKES ÄGYPTEN


Brücken: Pneumalehre, Gymnastik, Wassertherapie, Hygiene, Fastenkuren.

Allgemeine Quellen: Ab 2.600 v. Chr. - Fresken (Grabkammern), Hieroglyphen, Mumien, Amulette, Papyri ( 7 medizinische Papyri mit ca. 1.200 ärztlichen Texten), Organ- und Körperteilvotive, Herodot (490-430 v. Chr.) Pelusischen Nielmündung Schlacht (525 v.Chr.).

Thematische QuellenKleinwuchs (Niankhkhnum und Khnumhotep Mastaba, Bes, Seneb). Kuren: (Fastenkuren). (Heil)gymnastik: (Adipositas Diodor). Heliotherapie: (Herodot I136, II77, II92, III12), Echnaton ( gest. 1335 v. Chr), Papyri Ebbers, Papyri Ramesseum.

Medizinisches Denken: magisch-religiös, empirisch-rationell, eher starr, vorgekaut und vorgeschrieben, kaum Entwicklung, geringer persönlicher Spielraum für den Arzt. Medizinisches Handeln: Pharmakologie, Bruchoperationen, Schädeltrepanationen, Bruchoperationen, Geburtshilfe, Operationen an Genitalien.

Imhotep (4.500 v. Chr.): Person, Architekt unter Pharao Djoser. Vermutlich auch dessen Bruder.

Imhotep (ca. 2500 c. Chr.): Gott der Heilkunst und Priester (Primärer Gott). Im Memphis kultisch verehrt. Seine Nähe zum Asklepios ließ unter ptolomäischer Herrschaft einen synkretistischen Asklepios-Imhotep-Kult entstehen.

Bes: Heil- und Krankheitsgott  (Sekundärer Gott).

Amenophis I (1550-1528 v. Chr.): Mumifizierungstechniken - Wickeltechniken, Harztechniken, Balsamierungstechniken.

Amenophis IV (1364-1357 v. Chr.): Sonnenkult - Heliotherapie. 


 Tipps zur Nachforschung:

Hinweis: Unter Krankengymnastik/1900 Licht, Luft, Wasser und viel Lehm - Sind alle Autoren/Wissenschaftler aufgelistet die sich mit der Thematik Heliotherapie, Lichttherapie und Phototherapie beschäftigt haben.

Empfehlung: Über die Geschichte der Lichttherapie kann ich das erste Kapitel aus dem Buch von: Krause, Rolfdieter; Stange, Rainer. Lichttherapie. Springer Verlag Berlin Heidelberg 2012.


ANTIKES GRIECHENLAND 

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Allgemeine Quellen: 

Hesiod (ca. 700 V.Chr.). Pindar (ca. 500 v. Chr.) 3. pytischen Ode. Isyllos (ca. 300 v. Chr.). Aelius Aristides (ca. 117-181 n. Chr.) Pausanias (geb. ca. 111/115 n. Chr.). Siegelringe, Münzen, Mosaiken, Weihreliefs, Statuen, Statuengruppen, Organ- und Körperteilvotive. HerodotHomer (Ilias und Odyssee). Hippokrates von Kos (460 - ca. 377 v.Chr.): Massage- und Bewegungstherapie, Chirotherapie. Diokles von KarystosErasistratos von Keos. Caelius Aurilianos. Diokles von KarystosAristotelesOribasius (Gegner der Mobilisationstechniken von Hippocrates) W: "Collectanea medicinalia", Heilgymnastik, Hydrotherapie, Balneotherapie. Ktesias von Knidos (440-360 v.Chr.) auch Kritiker von Hippokrates. Asklepiades von Prusa bezeichnete Hippokrates als Vertreter einer überholten Medizin. Empedokles von Agrigent (ca. 490-430 v.Chr.): Atemtherapie, Atemübungen. Herodikus von Selymbra (ca. 400 v.Chr.): Heilkunde und Gymnastik u.a. Spaziergänge und Ringkampf als Heilmittel. Heraklit von Ephesos (ca.520-460) Heliotherapie. Prodicus . Odysseus (Nahm warme Wannen- und Fußbäder).


Thematische Quellen

1. Götter und andere wichtige Gestalten

Schon Karl Marx bezeichnete die Welt der griechischen Mythologie als die arm schönsten entfaltete Form der "geschichtlichen Kindheit der Menschen". Das antike Griechenland wurde zu einem wichtigen Ausgangspunkt für die Literatur, die Kunst und den Sport. (Lothar Groth, 1985)

Paian (Paieon): Arzt der Götter.

Paionoi: So wurden alle Götter bezeichnet, wenn diese als Heiler tätig waren. Der Göttervater (Zeus) selber wurde somit des öfteren als "Zeus Paian" oder "Zeus Sotér" bezeichnet.

Apollon: Der Lichtgott. Ist eigentlich der Heilgott und Beschützer der Heilkunde, aber auch Sender von unheilbringenden Krankheiten. Er wird im hippokratischen Eid als erste aufgerufen jedoch wird dieser bei Homer noch mit seuchenbesezte Pfeile um sich herumschießend beschrieben, um sich an den Menschen zu rächen. Mythos: Schwarzer Rabe  (Trauer, bevorstehendes Unheil). Apollonheiligtümern: Dellos und Delphi.

Koronis wurde durch Artemis (Schwester Apollons) ermordet. Der ungeborene Sohn Asklepios wurde von Apollon aus dem Mutterleib herausgeschnitten. Asklepios wurde dem Kentauren Cheiron anvertraut und dieser bildete ihn in der Allgemeinen Heilkunst (Zubereitung heilkräftiger Mittel und den Gebrauch des Messers sowie den Einsatz des rechten Wortes zur rechten Zeit) aus. Asklepios, als einzige griechische Gottheit, wird zum echten Konkurrent für Christus, den "Heiland". Ab dieser Epoche findet man in Büchern und Bilddarstellungen beide "Heiler" und das Heilen wird zur HEILKUNST.

↑ Asklepios (Sohn von Apollon und der sterblichen Koronis): Landesfürst in Thrakien und bedeutender Arzt um 600 v. Chr. in den Olymp versetzt. Gott der Heilkunst und der Euthanasie sowie Stammvater der hippokratischen Medizin. Eines Tages übertritt Asklepios die ihm als Arzt gesetzten Grenzen. Er erweck einen Toten zum Leben, woraufhin ihn Zeus mit dem Donnerkeil erschlägt.

  • ↑↑ Hygieia (Tochter von Asklepios): Stellt die personifizierte Gesundheit da. Wurde vermutlich nachträglich aus unklaren mythologischen Zusammenhängen in die Asklepiosfamilie aufgenommen.
  • ↑↑ Machaon (Sohn von Asklepios): Chirurgie
  • ↑↑ Podaleirios (Sohn von Asklepios): Internistischen und Geistige Erkrankungen
  • ↑↑ Akeso (Tochter von Asklepios): Heilung (Relief)
  • ↑↑ Iaso (Tochter von Asklepios): Heilen (Relief)
  • ↑↑ Panakeia (Tochter von Asklepios): Allheilende und Pharmazie (Relief)

      

Epidauros (Heilstätte): Heil- und Kultstätte für Asklepios. Diese Anlage/ "Kuranlage" war von ca. 500 v. Chr. bis 500 n. Chr. stark besucht worden. Hinweise für einen Heil- und Kurbetrieb mit Hydrotherapie, Balneotherapie, Heilquellen, Schlaftherapie, Musiktherapie sowie Heilgymnastik sind überliefert.

Telesphoros: Er ist der Gott, der "zum (guten) Ende bringt". Er verkörpert die chthonische  Kraft, die das Pendel der Heilwendung zur Gesundung hin ausschlagen läßt. Ist eine kindgroße, gnommenhafte Gottesgestalt und wird im 2. Jahrhundert n. Chr. in den Asklepioskult eingeführt. Eingehüllt in einem Kaputzenmantel, der nur das Gesicht freiläßt, begleitet er auf Münzen, in Statuen und Statuengruppen Asklepios oder tritt alleine auf.

Pelops: Sohn des lydischen Königs Tantalus. Tantalus tötete und zerstückelte seinen noch kleinen Sohn Pelops und setzte ihn den Olympiern zum Mahl vor. sie durchschauten die furchtbare List, nur Demeter, die noch durch den Tod ihrer Tochter Persephone neben der Spur war,  brach ein Stück von der Schulter ab. Daraufhin wurde der schöne Jüngling wieder durch Klothozusammengeführt und erhielt eine elfenbeinerne Schulter (Erste Hinweise der Möglichkeit einer Prothese im Alten Griechenland). Tantalos wurde schwer bestraft

Hephaistos: sowie der schöne Bellerophon humpeln durch die griechische Mythologie. Der erste Hephaistos hat  Klumpfüße und der zweite stürzt von seinem geflügelten Pferd Pegasus und zerstört sich dabei seine Füße. Diese "Erzählungen" wimmeln mit Menschen, Göttern und andere Wesen mit physischen oder psychischen Auffälligkeiten, vieles wiederholt sich in der Bibel. So manche Zusammenhängen werden deutlich in der Ursache, Behandlung und Vermeidung von Verletzungen oder Krankheiten.

Melampus: ist in der griechischen Mythologie ein berühmter Arzt und Seher. Er heilte die wahnsinnige Tochter des Königs Prötus von Argos indem er sie vom Gebirge bis nach Sicyon jagte und dann in der Quelle des Anigrus baden ließ. Bemerkung: Hier finden man den Grundsatz der späteren Prißnitzscher Reaktionsbehandlung, der darin besteht, dass man schwitzende Menschen dem kalten Wasser aussetzte. (Siehe 1800-1900).


 Nymphe: Der Namen dieser mythologischen Gestalt bedeuten unter anderem: junge Frau, Braut, Mädchen oder verschleierte Braut. Es sind überwiegend Gruppen junger sehr gutaussehenden Naturgottheiten, sie gelten oft als Töchter des Zeus. Ihre "Naturbereiche" sind die Gewässer (Meer, Flüsse), Bäume (Wälder), Berge und Grotten. Sie treten öfters mit andere Natur wirkender Götter auf, darunter: Apollon, Dionysos oder Artemis. Die Sagen (Plural, es sind sehr viele) erzählen, dass wer sie erblickt hätte oder vielmehr, wer sich einbildete, sie gesehen oder sprechen gehört zu haben, der werde rasend, wörtlich: nympholeptos (von den Nymphen ergriffen).

 

Nun, für die Geschichte der Physiotherapie kann man hier das Wort Lymphe (Substantiv) ableiten.  "Lympha" ist kein griechisches Wort, sondern ein Lehnwort in der lateinischen Sprache. Solches Changieren  der Fließlaute N und L kommt in der Sprachgeschichte  öfters vor.

  • Sextus Pompeius Festus (ca. 150 n.Chr.): War ein römischer Lexikograph und Grammatiker: „Die Lymphae (Wässer) sind benannt nach den „Nymphae“ (Wassergeistern) – lymphae dictae sunt a nymphis.“ (Bild)
  • Titus Lucretius Carus (Lukrez) (99 -55 v.Chr.) und Publius Vergilius Maro (Vergil) (70-19 v.Chr.): Zwei römische Dichter benützen das Wort erstmal um "klares und reines Wasser" als Anspielung auf "Halbgöttliche Jungfrauen". Diese Ableitung klingt plausibel, da das Lymphatische System anatomisch bis ins 17. Jahrhundert noch gar bekannt war.
  • Publius Ovidius Naso (Ovid) (43 v.Chr. - 17 n.Chr.): Auch ein römischer Dichter! in seinem Werk Metamorphosen, Buch 2, 459 begegnen wir dem Substantiv in Anlehnung an Lukrez und Vergil im Ausruf: “Laßt uns den nackten Leib mit dem klaren Naß überspülen!“
  • Quintus Serenus Sammonicus (ca. 150 n.Chr.): Römischer Arzt und ein sehr einflußreicher Mentor von Caracalla, übertrug das sprachliche "Leihstück" als einer der ersten auf die Krankheitslehre. Er sprach von „Wasser, welches das Innere des Leibes "anschwellen läßt", und von "Ödem" oder „Wassersucht“.
  • Das Wort lymhaticus (Adjektiv) tauch später auf. Es meinte so viel wie „rasend“, „irrsinnig“, „verrückt“, „außer sich“. Schriftsteller wie Senneca und Apuleius verwendeten es ebenso wie der aus vielen Quellen schöpfende Naturhistoriker Plinius. 

     

Verschmelzung: Ca. 400 v. Chr. Verschmelzung des Asklepioskultes mit der Wissenschaftlich- rationalen Medizin aus Kos.

Ende des Asklepioskultes: Die theodosischen Edikte gegen das Heidentum und die endgültige Einführung des Christentums als Staatsreligion 391 n. Chr. beendet offiziell den Asklepioskult.


2. Massagetherapie:

Hippokrates in den Werken "Über die Gelenke", "Die ärztliche Werkstätte" und im Werk "Der Arzt" Kap.1,2Hippokratische Schule - vieles was von dem göttlichen und heiligen Arzt Hippocrates (460-385 v.Chr.) als Werk überliefert wurde, entstand schon Jahrhunderte vorher. Die heilkundige Erfahrung unter anderem der Babylonier, Ägypter und Inder müssen ihm und seine Mitarbeiter zugeströmt sein . 

Diokles von Karystos um 400 v. Chr. im Werk "Gesundheitslehre" (Die gesunde Lebensweise) über die Nackenmassage, Ganzkörpermassage. 

Aristoteles im Werk "Naturheillehre".


3. Kraftsportler

Flavius Philostratos von Lemnos (ca.165 - 244): Unterscheidet in seiner Schrift zwischen Trainer (Paidotribe) und dem Gymnasten (Training plus medizinische, psychologische und rhetorische Kenntnisse).

Ikkos von Tarent

Milon von Kroton: berühmteste Ringer im Altertum. Kroton, eine Stadt in Süditalien, besaß in der Antike ein berühmtes "Gymnastik-Leistungszentrum".

Er lebte im 5.Jh und errang sechsmal den Kranz des olympischen Ölbaumes, sechsmal schmücke der Lorbeer von Delphi sein Haupt und neunmal erhielt er den nomaischen Eppichkranz, und zehnmal war er Sieger der isthmischen Spiele. Für uns ist wird er interessant durch seine Trainingsmethoden/Trainingslehre/Trainingsplan. Seine Stärke war in ganz Griechenland bekannt. Er soll einen vierjährigen Stier im Lauf auf seinen Schultern durch die Rennbahn getragen und dann durch einen Faustschlag getötet haben. Er legte sich auch Schnurren um die Stirn, hielt den Atem an und zersprengte die Bänder mittels einer geschwollenen Kopfader.


3. Wassertherapie

Homer: bei Homer ist des Öfteren von badenden Helden die Rede, die sich damit neu beleben "erfrischen" und stärkten.

Himera: war eine antike griechische Stadt an der Nordküste Siziliens. Laut Alfred Brauchle (1971) wurden hier ein reicher Zahl Münzen ausgegraben, die den Halbgott Herkules unter einem dicken Wasserstrahl darstellen, der aus dem Rachen eines Löwen herausspritzt. Herkules wurde von der Nachwelt als der göttliche Beschützer der warmen Quellen angebetet. Fast schein es so, als sei er auch der Erfinder der natürlichen kalten Sitzbäder, die auch später in der Prißnitzschen Wassserbehandlung eine große Rollen spielen wird. (Ich habe diese Münzen in keinem Katalog gefunden).

Königspalast von Tiryns: Baderaum. Odysseus (Nahm warme Wannen- und Fußbäder).



ANTIKES ROM - MEDICUS CURAT, NATURA SANAT!

Aus: Asterix als Gladiator- Egmont, Berlin, 1969


 Allgemeine Quellen 

Siegelringe, Münzen, Mosaiken, Weihreliefs, Statuen, Organ- und Körperteilvotive, Instrumentarium, Geräte. Plutarch (Manuelle Techniken in der Behandlung von Neuralgien bei Cäsar) .

Thematische Quellen

Heliotherapie:

  • Oreibasios (ca. 4. Jhd. n.Chr.).
  • Caelius Aurelianus aus Sicca.
  • Antyllos (ca.150 n.Chr.): Beschrieb ausführliche Sonnenbäder.
  • Herodot (ca. Anfang des 2. Jhd n.Chr. – z. Zt. Kaiser Hadrians: griechischer Arzt. 
  • Aulus Cornelius Celsus: Lexikograph z. Zt. des Kaiser Tiberius


Bäder, Thermen, Badeleben im alten Rom

  • Senecas Werk Briefe an Lucilius "Der Philosoph und der Badebetrieb in Baiae" in Epist. morales. 86,4/ 86,8/ 51,6/ 51,1/ 51,2/ 15,3. 
  • Vitruv (auch Proportionenlehre)
  • Varro
  • Martial (V 10,1)
  • Plinius im Werk "N. Hist 33, 153",
  • Lukian von Samosata im Werk "Hippias sive balneum"
  • Galenus im Werk "Die therapeutische Methode" Buch I, Kap.1.
  • Sueton  im Werk "Nero" 27,2.
  • Tacitus (* um 58 n. Chr. Gallia Narbonensis - † um 120 Römisches Reich): Die Germanen badeten täglich, "öfters in warmen Wasser, weil bei ihnen die meiste Zeit Winter ist". (Brauchle, 1973).


 Massage:

  • Galenus im Werk "Die therapeutische Methode" Buch I, Kap.1.
  • Caelius Aurelianus aus Sicca: Wirkung der Massage


 Propriozeption:

  • Galenus im Werk "Über die Lehrmeinungen des Hippokrates und des Platon" Buch VII, Kap. 5,42-45.


Lymphdrainage:

  • Plinius über Wickeltechniken/Bandagierung nach übertriebenen Konsum von Wasser und Essen. 


Gymnastik:

  • Caelius Aurelianus aus Sicca: Wirkung der aktiven/passiven gymnastischen Übungen und Stimmübungen (Logotherapie).


Kraftsport
  • Berufsathleten: Showaspekt - Die Gladiatorenkämpfe


Körperlichkeit und Ästhetik:

  • Domitius Ulpianus über Körperlichkeit, Ästhetik, Sex und Orgien. Artemidor von Daldis über Infektionen, Krankheiten, Dreck, Warnungen.

     Tipps zur Nachforschung: angewandtePhysiotherapie in der Ästhetik (Siehe unter das Jahr 2017)


 Hippotherapie:

  • Galenus beschreibt das Reiten als gymnastische Übung.


Dampfwasserbäder:

  • Apuleius im Werk "Amor und Psyche" über Dampfbäder, Gicht, Hebamme, Geburtshilfe, Flagelation, Heilmittel, Wundversorgung in "Amor und Psyche". 

Geburtshilfe, Ausbildung, Voraussetzungen:

  • Soranus von Ephesos um 100 n.Chr. im Werk "Gynäkologie" Buch I, Kap. 3,4.

 

Ärzte: Es gibt keine alleinige „Römische Medizin oder altrömische Volksmedizin“! Das Naturheilwissen und die medizinische Versorgungsmethoden im alten Rom wurde durch griechische, ägyptische u.a. Ärzte im Imperium praktiziert und  weitergegeben.

 Beispiel 1: Asklepiades von Bithynien auch bekannt als Asklepiades von Prusa (120 - 60 v.Chr. ?)

  • In Griechenland geboren.
  • Sklave.
  • Arzt.
  • Wirkte um 91 v. Chr. in Rom.
  • Anwendungen von Spaziergänge, Reiten, Laufen, Holzhacken.
  • Gründer der "Schule für medizinische Wasseranwendungen" in Rom
  • Massage: "Sie wirken in Form von Streichungen beruhigend, als Reibung haben sie dagegen eine zerteilende Wirkung. Bei chronischen Krankheiten müssen sie stärker und länger, bei akuten Krankheitsbildern aber nur kurz und milde durchgeführt werden. Sanfte Streichungen sind solange zu verabreichen bei beim Patienten der angestrebte Schlaf einsetzt."
  • "Tuto celeriter iucunde" (sicher, schnell und angenehm).
  • Nachfolger: Themision - Entwicklung einer methodischen Schule.

Beispiel 2: Aulus Cornelius Celsus

  • Beruf: Enzyklopädist.
  • Werk: De medicina (Dieses Werk war eher gedacht um die gebildete römische Laienwelt mit der griechischen Medizin vertraut zu machen).
  • Kapitel: "Allgemeine Therapie" Massage und Heilgymnastik
  • Geräte: Extensionstherapie, eine art von Schlingentisch "Hängetherapie, Suspensionstherapie"

Beispiel 3: Claudius Galenus von Pergamnon (129-201 n.Chr.)

  • Pergamon: Zentrum für Wissenschaft, Technik und Heilkunde - Asklepieion Epidauros: Praktikum - Alexandreia (148 n.Chr.): Studium - Asklepieion Pergamon (156 n.Chr.): Olympische Spiele, Sportmedizin, Sportrehabilitation - Rom (160 n.Chr.): Kaiser, Gladiatoren - Ostia.
  • Arzt an der Gladiatorenschule in Pergamon und Rom.
  • Leibarzt von Marc Aurel (121-180), Lucius Septimus Severus Pertinax (146-211 n.Chr.), Commodus (161-192 n.Chr.)
  • Erwähnt in seinen Werken: Massage, Sportmssage, Bäder, Vollbäder, Teilbäder, Kalte Übergießungen, Heilgymnastik
  • Werke: "Gymnastica et de sanitate tuenda", "Die Leibesübung mit dem kleinen Ball".

Alexandreia: Gründer Alexander der Große. Es galt als die modernste Stadt der alten Welt. Kultureller Mittelpunkt für die Naturwissenschaften und Medizin, Hauptstadt des Ptolomäerreiches. Hier wurde das antike Wissen zum ersten Male systematisch zusammengestellt; hier bekam das Corpus Hippokraticum seine endgültige Gestalt wie auch das Schrifttum des Aristoteles.

 Tractatores: professionelle Masseure


BADEWESEN I ROM: "WEIN, SEXUALITÄT UND DIE BÄDER ZERSTÖREN UNSEREN KÖRPER"

Balnea (Bad), balnea publica (Öffentliche Bäder), balnea meritoria (Verpachtete, Eintrittspreis), Thermen, Kastell- oder Militärbäder, Garnisonsbäder, Villenbäder, Heilbäder, Hygienestation, Sex-Markt.

Funktionen: Reinigung, Sport, Fitnesszentrum, kosmetische Schönheitsbehandlungen, Erholung, kultische Zwecken, Behandlungen von Krankheiten, Entspannung und Teilnahme am öffentlichen Leben.

  • Olympia (Griechenland 500 - 200 v.Chr.): Warmwasserbad, Sitzbadewannen, Hypokaust-heizung (Fußbodenheizung).
  • Gortys
  • Scipios Villa (Republikanische Zeit): Wannenbäder, Bad (Balnea), Versorgung durch Warmwasserquellen. Lit.: Seneca
  • Stabiantherme in Pompeji ( Rom ca. 150 v.Chr.): öffentliche Badeanstallt,  Hypokaust-heizung. 
  • Badeanstalten des Lucius Tarquinius Priscus: Badewärter, Kalt- Warmbäder
  • Thermen des Aggripa: Marcus Vipsanius Agrippa (63-12 v.Chr.)
  • Thermen des Nero
  • Thermen des Titus
  • Thermen des Trajan
  • Thermen des Caracalla ( Marco Aurelius Antonius 211 - 217) -  Die größten Thermen mit Sonnenbäder und Gymnastik: Rom und Baden-Baden. Auffällig ist die Größe der Palästra.
  • Thermen des Diocletian
  • Baiae HYPERLINK "https://de.wikipedia.org/wiki/Baiae" am Golf von Neapel: Heilbadeort
  • Bath HYPERLINK "https://de.wikipedia.org/wiki/Bath" in England


Deutschland 

  • Baden-Baden (Aquae Aureliae)
  • Aachen (Aquae Grani)
  • Wiesbaden (Aquae Matiacae)
  • Badenweiler
  • Trier: Die "Barbarathermen" waren die größte Badeanlage (ca. 6 Fußballfelder) dieser Art nördlich der Alpen 
  • Mainz
  • Hechingen-Stein: Römischer Gutshof, repräsentative Badegebäude

Schweiz
  • Baden (Aquae Helveticae)


Angebot einer Therme

  • Apodyterium: Umkleideräumen.
  • Frigidarium: Kaltwasseranwendungen, Kaltbad, Schwimmbecken (Natatio).
  • Tepidarium oder cella media: Warmraum, Massage.
  • Labrum: Becken mit kaltem Wasser.
  • Caldarium Raum ca. 50°C Wasser 40°C und Boden 60°C: heiße Wannenbäder, Schwimmbecken, Teil- und Vollbäder, Regen- und Schaukelbäder (heute Wellenbäder). 
  • Sudatorium: Schwitzbad.
  • Laconicum: Sudatorium, Schwitzbad.
  • Hypocaustum: zentrale Heizanlage, hellenistischen und römisch-republikanischen Zeit.
  • Heißluft-, Wand- und Bodenheizung.
  • Sonnenbäder und Gymnastik.
  • Latrina: Toilette.


Ende: Mit Galen, so Alfred Brauchle findet die Medizin des klassischen Altertums einen Abschluss. Erfahrungsheilkunde und wissenschaftliche Medizin, Wissenschaft und Heilkunst suchen sich in einem Eklektizismus, der Humoralpathologie, Solidarpathologie und die Lehre der Pneumatiker vereinigt, zu versöhnen. Nicht vergessen: das Christentum ist nun herrschend. 


INTERESSANT

 Antik Asien Text: Inklusion vor 2300 Jahren. Archäologie in Deutschland 2/2017 14-19 Thema: Beinprothese aus Westchina.

- 2.300 Jahre v.Chr., Westchina: Turfan, älteste funktionstüchtige Beinprothese, Zehprothese Theben (Ägypten) ca. 950 - 710 v. Chr., Hegistratus (Holzfuß) Herodot (484-425 v. Chr., Capua (Italien) das "Capua-Bein" 300 v. Chr. (Verschollen) - Royal College Surgeons London.